Mit dem Weltportfolio von Gerd Kommer ganz nach oben

Luis SchreckenbergETF0 Kommentare

Wie kann mein Geld am besten für mich arbeiten? Wie vermehre ich es am besten? Diese und andere Fragen beschäftigen die meisten Anleger. Was also tun? Das Weltportfolio nach Gerd Kommer verspricht uns Privatanlegern Abhilfe.

Gerd Kommer, der Experte für passives Investieren zeigt, wie souverän investieren mit Indexfonds und ETFs geht. Denn für die meisten Privatanleger ist passives Investieren oft die bessere Variante. Daher möchte ich dir in diesem Beitrag das Weltportfolio nach Gerd Kommer näher bringen. Ich erkläre, aus was es besteht und auf was es zu achten gilt. Zum Schluss eine Antwort auf die Frage:

Ist das Weltportfolio nach Gerd Kommer die beste Strategie?

Die Asset Klasse – Säulen des Portfolios

Wie auch das Weltportfolio nach Gerd Kommer, besteht jedes Portfolio aus Asset Klassen (zu deutsch „Anlageklasse“). Vielleicht weißt du bereits was das ist. Doch falls nicht, hier eine kurze Definition:

Eine Asset Klasse ist eine Gruppe von Vermögenswerten, die ein ähnliches Risiko-Rendite-Profil hat. Das Risiko und der Wertzuwachs der Werte fußen auf weitestgehend den gleichen Ursachen.

Die am verbreitetsten Asset Klassen sind Immobilien, Rohstoffe, AnleihenAktien, ETFs, Tagesgeld usw.

Wie viel du von jeder Asset Klasse in deinem Portfolio hast, bestimmt die Asset Allokation (Bild unten).

Asset Allokation graphisch dargestellt

Asset Allokation

Wenn du es nicht schon wusstest, lernst du es spätestens beim Lesen von Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs.

Die Asset Allokation „bestimmt etwa 90% der Rendite und 90% des Risikos (Volatilität) eines Aktienportfolios!“1

Doch wie hängt die Asset Klasse bzw. die Aufteilung mit der Rendite zusammen?

Aus was das Weltportfolio nach Gerd Kommer besteht

Eine Asset Klasse hat ein bestimmtes Risiko-Rendite-Profil. Würfelst du nun verschiedene Profile mit einer entsprechenden Asset Allokation zusammen, erhältst du ein völlig neues.

Rendite und Risiko sind miteinander verbunden

Rendite und Risiko sind stets miteinander verbunden

Du kannst also das Risiko und die Rendite steuern.

Aber auch das hat seine Grenzen. Schließlich ist Rendite und Risiko stets miteinander verbunden.

Tja, Risiko und Rendite lassen sich also nicht so einfach trennen. Daher ist das Weltportfolio nach Gerd Kommer in einen risikoreichen und einen risikoarmen Teil geteilt. Du ahnst schon, worauf das hinausläuft, nicht wahr?

Der risikoreiche Teil des Weltportfolios

Eines ist klar. Beide Teile haben jeweils eine andere Aufgabe. Der risikoreiche Teil des Weltportfolios ist für die Rendite zuständig. Und nicht für die Sicherheit.

Das Weltportfolio nach Gerd Kommer darf also nicht nur, sondern muss sogar einen risikoreichen Teil haben. Und dieser Teil beschränkt sich auf:

Wobei die letzten beiden Optional sind. Doch dazu später mehr.

Aktien nehmen die wichtigste Rolle ein. Denn Aktien weisen so genannte Faktorprämien auf. Es sind quasi Merkmale, die die Risiken und Renditen von Wertpapieren erklären. Wie zum Beispiel das Equity Premium.

Das Equity Premium beschreibt den Umstand, dass Aktein im Allgemeinen stets mehr Rendite erzielten als deutsche Staatsanleihen.

Insgesamt macht der risikoreiche Teil des Weltportfolios Gebrauch von vier Prämien. Aus diesem Grund brauchst du als Anleger einen langen Atem. Denn einige Prämien können gut 10 bzw. 20 Jahre zum Nachteil werden und negative Renditen abwerfen.

Rohstoffe und Immobilien

Auch Rohstoffe sind im Weltportfolio nach Gerd Kommer vertreten. Warum? Weil Rohstoffe eine hohe Korrelation zur Inflation haben. Im Endeffekt bedeutet das, dass falls die Inflation steigt, auch die Kurse von Rohstoffe steigen werden. Daher bieten Rohstoffe quasi einen Inflationsschutz. Hinzu kommt, dass Rohstoffe „krisensicher“ sind und in schwierigen Zeiten besser als Aktien performen.

Allerdings braucht man auch hier einen langen Atem. Zeiträume von 20 Jahren mit negativen Renditen kommen oft vor.

Daher lässt der risikoreiche Teil des Weltportfolios nach Gerd Kommer nur maximal 10% an Rohstoffen zu. Und selbst die sind gestreut über alle möglichen Asset Klassen (Metalle, Agra usw.)

Ähnlich verhält es sich mit Immobilien. Sie haben wenig bis gar keine Korrelation zu Aktien. Dabei beschränkt sich das Weltportfolio nach Gerd Kommer auf so genannte Real Estate Investment Trusts, kurz REITs. 

Was ist das schon wieder?

Ein REIT ist eine bessere Form des offenen Immobilienfonds (OIF). Das bedeutet konkret also i.d.R. billiger. Zusätzlich müssen 90% des Jahresgewinns ausschüttet werden. Tatsachen, mit denen ein OIF nicht punkten kann. Denn ein OIF kann in Krisenzeiten den Verkauf der eigenen Anteile sperren. D.h., dass du wohlmöglich nicht an dein investiertes Kapital kommst.

Rohstoffe und Immobilien zusammengefasst

Der risikoarme Teil des Weltportfolios

Der risikoarme Teil des Weltportfolios übernimmt, die Rolle der Sicherheit.

Diese Abgrenzung ist wichtig, denn hier sind Anlagen gefragt, die am Risiko ärmsten sind. Also keine Corporate Bonds oder Junk Bonds. Sondern eher mündelsichere Anlagen. Dazu zählen zum Beispiel deutsche Staatsanleihen, Tagesgeld oder Festgeld.

Das Weltportfolio nach Gerd Kommer empfiehlt kurzfristige Staatsanleihen mit Bestnote (AAA oder AA). Meiner Meinung nach spielt es letztendlich kaum eine Rolle, ob man Staatsanleihen oder Festgeldkonto wählt. Warum? Weil die Einlagensicherung bei Banken dir ebenfalls eine gute Sicherheit bietet. Der risikoarme Teil könnte also auch nur aus einem Sparkonto bestehen.

Der 2. Grund ist die Realrendite (Rendite nach Abzug der Inflation). Sie ist bei beiden Anlagen negativ. Gerd Kommer empfiehlt daher zu Recht, die Rendite außer achtenzu lassen, wenn der risikoarme Teil im Fokos liegt. Schließlich ist der risikoarme Teil für die Sicherheit da, nicht für die Rendite.

Das Weltportfolio von Gerd Kommer

Wir halten fest. Das Weltportfolio nach Gerd Kommer ist eine Mischung aus Aktien, Immobilien, Rohstoffen und mündelsicheren Anlagen. Aber es wäre kein Weltportfolio, wenn auch nicht global investiert werden würde.

Die geographische Streuung dient letztendlich der Diversifikation. Denn wir alle sollten das Risiko bestmöglich streuen. Nicht nur in Asset Klassen, sondern auch über Länder hinweg.

Konkret sind also alle entwickelten Länder und Schwellenländer wie bspw. Brasilien und China im Portfolio nach Gerd Kammer vertreten.

Zudem baut das Portfolio auf das Size Premium (2. Faktorprämie). Es bezieht sich auf die Mehrrendite von kleineren Firmen gegenüber größeren. Natürlich sind solche auch risikoreicher.

Auf der Seite 292 von Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs findet sich eine Abbildung, die das Weltportfolio nach Gerd Kommer am besten illustriert.

Weltportfolio nach Gerd Kammer (70/30)

Vgl. Kommer (2015):  Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs, 4. Aufl., Campus, Frankfurt am Main

Natürlich muss jeder selbst entscheiden, wie groß der risikoreiche Teil und der risikoarme Teil sein dürfen. Ob 50/50 oder gar 40/60.

Es ist enorm wichtig, dass du bevor du loslegst weißt, wie groß deine Risikotoleranz ist.

Vereinfachung des Weltportfolios

Natürlich gibt es auch die Eine oder Andere Vereinfachung des Weltportfolios nach Gerd Kommer. Falls du bspw. nicht über die notwendige Summe verfügt, um entsprechende ETFs zu kaufen oder einigen Asset Klassen nicht traust, schlägt Dr. Gerd Kommer folgende Änderungen vor:

  • Vereinfachung des Weltportfolios Nr. 1 – Rohstoffe und/oder Immobilien weglassen
    Dieser Schnitt betrifft Anleger, die diese beiden Asset Klassen nicht trauen. Dr. Gerd Kommer empfiehlt, mit den 10% bzw. 20% den Anteil der Aktien (entwickelte Märkte) zu erhöhen.
  • Vereinfachung des Weltportfolios Nr. 2 – Aktien durch ein Wertpapier ersetzen
    Eine radikale Vereinfachung des Weltportfolios. Denn hier wird die Asset Klasse Aktien nur durch einen ETF ersetzt. Am besten eignet sich dafür ein ETF auf den MSCI All Country World Index (MSCI ACWI). Er enthält auch Small Caps, doch fallen hier die Faktorprämien wesentlich geringer aus.1

Fazit

Weltportfolio nach Gerd Kammer

Das Weltportfolio nach Gerd Kommer ist eine wunderbare Methode, passiv zu investieren. Es lässt Spielraum für die eigenen Ideen und Ziele. Dabei ist das Weltportfolio auf eine lange Laufzeit ausgerichtet. Denn vor allem das Value Premium (3. Faktorprämie), setzt einen langen Zeitraum voraus.

Negativ ist, das für das 70/30 Portfolio eine Mindestumme angebracht ist. Diese Summe steht allerdings nicht jedem zur Verfügung. Für die meisten ist daher der Mittelweg über den MSCI ACWI in Kombination mit einem Festgeldkonto sicherlich die beste Variante.

Ich für meinen Teil habe mein Portfolio an dem von Gerd Kommer angelehnt. Mit Ausnahme von den Small Caps. Hier habe ich leider noch keinen interessanten ETF gefunden. Am Ende bleibt zu sagen, dass es nicht der Heilige Gral des Investierens ist. Für mich existiert der heilige Gral nämlich nicht. Jede Strategie hat ihre Vor- und Nachteile. Es bleibt jedem selbst überlassen zu entscheiden, mit welchen Nachteilen er leben kann und welche Vorteile ihm wichtiger sind. Trotzdem bietet das Weltportfolio nach Gerd Kommer einen sehr guten Einstieg bei dem Anfänger kaum Fehler machen können.

Wenn du mehr über das Buch von Gerd Kommer wissen willst, kannst du es hier erfahren.

1 Vgl. Kommer (2015):  Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs, 4. Aufl., Campus, Frankfurt am Main

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